„Das neue Gymnasium“

Auszug aus einem Schreiben des Ministeriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst an die Schulleitung zur Weiterentwicklung des bayerischen Gymnasiums (April 2017)

zusammengefasst von Bettina Dörr, Mitglied des Elternbeirats

„Das neue bayerische Gymnasium“

„…Ziel des Weiterentwicklungsprozesses ist ein langfristig tragfähiges Modell für die  Zukunft des bayerischen Gymnasiums. Dieses muss einerseits aktuellen  Herausforderungen Rechnung tragen – zu nennen wäre hier z.B. die zunehmende Digitalisierung aller Lebensbereiche oder die gestiegene Bedeutung von Werte- und Persönlichkeitsbildung … oder der politischen Bildung. Andererseits gilt es, auf geänderte Erfordernisse wie die zunehmende Heterogenität der Schülerschaft pädagogische Antworten zu finden“

Vorgesehen ist die  Einführung eines 9-jährigen Gymnasiums (einschließlich einer Möglichkeit zur „Individuellen Lernzeit“) zum Schuljahr 2018/19 unter Einbeziehung der Jahrgangsstufen 5 und 6.

Es wird ausdrücklich betont, dass die Einführung des neuen neunjährigen Gymnasiums keineswegs mit einer Rückkehr zum G9 alter Prägung gleichzusetzen ist. Man will versuchen, pädagogische Errungenschaften der letzten Jahre, die sich im 8-jährigen  Gymnasium bewährt haben, beizubehalten.

 Aktueller Planungsstand der inhaltlichen Zielvorgaben für die Weiterentwicklung

Das neue bayerische Gymnasium…

  • … soll auf einem langfristig tragfähigen Konzept mit breiter gesellschaftlicher Akzeptanz auf der Basis eines grundständigen G9 beruhen.
  • … soll auf den vier Säulen Lehrerbildung, Lehrplan, Gymnasialpädagogik und Individuelle Lernzeit fußen. Zum letztgenannten Punkt zählen insbesondere die Möglichkeit, Lernzeit am Gymnasium differenziert zu gestalten, und das Angebot gebundener, rhythmisierter Ganztageszüge.
  • … soll eine schlüssige pädagogische Antwort auf die gewachsene Heterogenität der Schülerschaft geben.
  • … soll eine organische neunjährige Konzeption unter konzeptioneller Einbeziehung der Oberstufe ermöglichen – „Gymnasium aus einem Guss“.
  • … soll die Chance eröffnen, die in den vergangenen Jahren an allen anderen Schularten geschaffene Möglichkeit individuelle unterschiedlicher Lernzeit auch am bayerischen Gymnasium in geeigneter Weise anzubieten.
  • … soll Raum und Zeit schaffen für einen vertieften Kompetenzerwerb – auch durch zusätzliche Inhalte.
  • … soll die Beantwortung wichtiger inhaltlicher und pädagogischer Herausforderungen für junge Erwachsene im 21. Jahrhundert ermöglichen.

Konzeptionelle Eckpunkte „Mehr Qualität – Mehr Zeit – Mehr Individualität“

  1. Der bewährte Qualitätsanspruch bleibt gesichert
    „das bayerische Abitur bleibt Maßstab in Deutschland.“

Neun Jahre Lernzeit von Jahrgangsstufe 5 bis 13 – „Gymnasium aus einem Guss“

    Die zweite Fremdsprache setzt weiterhin in Jahrgangsstufe 6, das Profil der Ausbildungsrichtungen in Jahrgangsstufe 8 ein.

Nach Jahrgangsstufe 10 wird der Mittlere Schulabschluss erreicht, die „neue“ Jahrgangsstufe 11 bildet künftig die Einführungsphase der Oberstufe.

  1. Individuelle Lernzeit
    Schüler (=Schülerinnen und Schüler) sollen ihre Lernzeit bis zum Abitur an jedem Schulstandort individuell verkürzen können („Überholspur“).

Im Rahmen eines auf zwei Jahre angelegten strukturierten Förder- und Begleitangebots sollen diese Schüler in Zusatzkursen vorbereitet werden:

  • Die Schule stellt durch geeignete Maßnahmen sicher, dass Schüler rechtzeitig informiert, gezielt angesprochen und entsprechend beraten werden.
  • Sie erhalten strukturierte Förder- und Begleitmodule.
  • Die betreffenden Schüler können am jeweiligen Schulstandort bis zur Jahrgangsstufe 10 in derselben Klasse verbleiben.
  • Schüler, die die Lernzeit verkürzen, soll eine Lehrkraft als spezieller Ansprechpartner (=Mentor) zur Verfügung stehen.
  1. Optionales Auslandsjahr (Internationalisierung)
    Schüler können sich im neuen bayerischen Gymnasium unter Inanspruchnahme von Förderangeboten auch auf einen Auslandsaufenthalt vorbereiten.
  1. Eröffnung neuer konzeptioneller Möglichkeiten
    Die zusätzliche Lernzeit soll einerseits für Vertiefung und zusätzliche Wiederholung, auch zur Behandlung zusätzlicher Inhalte im Sinne eines vertieften Kompetenz­erwerbs genutzt werden.
  1. Innovative Konzeption der „neuen“ Jahrgangsstufe 11 (= Einführungsphase der Oberstufe)
    In der Vorbereitung auf die Qualifikationsphase der Oberstufe sollen verstärkt vorwissenschaftliche Kompetenzen erworben werden, Vorverlagerung des P-Seminars und die Neuakzentuierung der beruflichen Orientierung. Raum für digitale und politische Bildung und die Möglichkeit für die Teilnahme an Begabtenförderungs­angebote.
  1. Stundentafel
Jgst. 5 6 7 8 9 10 11
Summe Pflichtunterricht 30 30 + 1 30 + 1 30 30 + 0,5 33 32 + 2
  1. Lehrplan
    Lehrplan für Jgst. 5                        kein Änderungsbedarf
    Lehrplan für Jgst. 6                        nahezu kein Änderungsbedarf
    Lehrplan für Jgst. 7 – 10                liegen im September 2018 vor
    Lehrplan für Jgst. 11 – 13              liegen im September 2019 vor
  1. Zeitschiene
    Umstellung aufwachsend ab dem Jgst. 5 und 6 im Schuljahr 2018/19, d.h. Übertritt ab September 2017 an das neue bayerische Gymnasium (mit neun Schuljahren).

 

 

 

 

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