LEV zu „Mittelstufe Plus“

Stellungnahme der LEV zur Pilotphase der Mittelstufe Plus

Seit Mitte März stehen die 47 Schulen fest, an denen in einer zweijährigen Pilotphase ab dem nächsten Schuljahr ergebnisoffen ermittelt wird, welcher pädagogischer Bedarf nach einer Lernzeitverlängerung im Klassenverband besteht bzw. welche Formen der schulorganisatorischen Umsetzung sich bewähren.
Die Schule vor Ort entscheidet nach pädagogischen Aspekten über die Teilnahme der Schülerinnen und Schüler.

Entgegen diversen Pressemeldungen der letzten Wochen möchten wir Sie darauf aufmerksam machen: Die Verlängerung der Mittelstufe um ein Schuljahr ist kein G9.
Das Angebot richtet sich ausdrücklich an die Schülerinnen und Schüler, die entweder individuellen Förderbedarf haben oder aufgrund von besonderen Begabungen, persönlichen Vorhaben wie Auslandsaufenthalten oder anderem außerschulischen Engagement einer zeitlichen Entlastung bedürfen.
Deshalb erhalten die Schülerinnen und Schüler auch erst nach Abschluss der 10. Klasse die „Mittlere Reife“, d.h. im Gegensatz zu den Real.- und Mittelschülern nach insgesamt 11 Schuljahren.

Die bis jetzt bekannt gewordenen Anmeldezahlen zur „Mittelstufe Plus“ sind überraschend hoch – zwischen 40 % bis zu 90 % der Eltern haben ihre Kinder für die Teilnahme an diesem Pilotversuch angemeldet entgegen der durch unsere Umfrage ermittelten Daten von ca. 30%.

Es wird sich nun in den nächsten Monaten zeigen, wie es den Schulen gelingt, pädagogische Notwendigkeiten und den gemeldeten Bedarf mit der Fächervielfalt der Schulen bei der Umsetzung in Einklang zu bringen.

Die Vorsitzende des Elternbeirats des Spessart-Gymnasiums Alzenau Frau Ellen Beitat hat eine Plattform zum Ideen- und Erfahrungsaustausch für die an dem Pilotversuch teilnehmenden LEV-Mitgliedsschulen installiert. Wir möchten alle teilnehmenden Schulen herzlich bitten, während der nun kommenden zwei Jahre iIhre Eindrücke und Erfahrungen mitzuteilen und diese Austauschmöglichkeit zu nutzen.

Nur durch einen intensiven Austausch wird es möglich sein, den nun gestarteten Prozess konstruktiv zu begleiten und ihn dauerhaft für jene Schüler zu implementieren, die mehr Lernzeit am Gymnasium brauchen, ohne damit die Qualität der gymnasialen Ausbildung zu schwächen, an deren Ende nicht nur das Abitur, sondern vor allem nach wie vor die allgemeine Hochschulreife und damit die Studierfähigkeit stehen soll.