65. Mitgliederversammlung der LEV

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LEV – Landes-Eltern-Vereinigung der Gymnasien in Bayern e.V.
Eine Zusammenfassung zur 65. Mitgliederversammlung von Kerstin Vogt

Die jährliche Mitgliederversammlung der LEV der Gymnasien in Bayern fand Anfang März
in Hösbach statt. Beginnend mit einer Podiumsdiskussion geprägt durch viele Fragen und
der Erkenntnis: „Steter Tropfen höhlt den Stein“ war schnell zu erkennen, dass die
Themen, Sorgen auch Nöte und Hoffnungen landesweit oft sehr ähnlich gelagert sind.

Von den sehr interessanten und kompetent besetzten Informationsrunden am Nachmittag konnten leider lediglich zwei wahrgenommen werden.

• Inforunde 1 Konzept einer Ganztagesschule
• Inforunde 2 Bildungs- und Erziehungspartnerschaft in der eigenverantwortlichen Schule
• Inforunde 3 Lehrplan Plus
• Inforunde 4 Schulentwicklungsprogramm
• Inforunde 5 Modus 21 – ein Schlagwort – viele Optionen
• Inforunde 6 Elternrechte – Elternpflichten
• Inforunde 7 Einführung in die LEV-ARGE Arbeit

So sind wir nun über die Arbeit der LEV und ARGE (Arbeitsgemeinschaft der Elternbeiräte innerhalb der LEV) sowie den LehrplanPlus, welcher offiziell ab 2017 in den fünften Jahrgansstufen eingeführt wird, etwas besser informiert.

Während des Festaktes zum 65jährigen Bestehen der LEV durfte den Klängen eines
Chores des Hösbacher Gymnasiums wie einer Festansprache des Staatsministers
Dr. Spaenle und manch anderem Redner gelauscht werden.

Der Rechenschaftsbericht des Vorstandes und der Kassenbericht gaben den Einstieg in
den Sonntag. Gefolgt von der Wahl der Landesausschussmitglieder wie dem neuen
Vorstand und den anschließenden Diskussionen und Abstimmungen des Leitantrages der
LEV und der diversen Anträge.

Die zusammengefassten Inhalte des Leitantrages finden Sie hier:

Schulklima entwickeln und Unterricht besser organisieren
• Lernzeit gehört in die Schule
• Weniger Fächer pro Jahrgangsstufe unterrichten
• Kurssystem ab Klasse 10 einführen
• Mehr Reife durch mehr Wahlmöglichkeiten
• Ausschließlich angesagte kleine Leistungsnachweise
• Konsequenter Ausbau der individuellen Förderung

Oberstufe reformieren
• Vergleichbare Abschlüsse durch gleiche Aufgaben in allen Bundesländern
• Wahl von zwei aus drei Kernfächern im Abitur und mehr Profilbildung
• W-Seminar an Leitfach koppeln, Fachkräfte im P-Seminar einsetzen
• Berufs- und Studienorientierung vor der Qualifikationsphase beenden

Mittelstufe schülergerecht umsetzen
• MittelstufePlus zur individuellen Förderung in Kernfächern nutzen
• Mittlerer Schulabschluss nach Klasse 9 / spätestens nach 9+

Methoden vor Inhalten in der Unterstufe ausbauen
• Methodenlernen ausbauen
• Progression des Fremdsprachenerwerbs reduzieren

Optimale Ressourcenausstattung der Gymnasien
• Teilungsgrenze bei 26 Schülern
• Erhöhung der integrierten Lehrerreserve auf mindestens 10%
• gleichwertige Ausstattung aller Schulen, unabhängig vom Sachaufwandsträger

Forderungen an den Sachaufwandsträger
• Schulweg mit Sitzplatzanspruch im Schulbus ohne Wartezeiten
sowie Kosten zum nächstgelegenen Gymnasium erstatten
• Infrastruktur schülergerecht ausbauen

Die zusammengefassten Inhalte der diversen Anträge finden Sie hier:

1.1 Kostenneutrale Mittelstufe plus ablehnen
1.2 Mittelstufe plus von Schülern frei wählbar
1.3 Mittelstufe plus an städtischen Schulen

2.1 Begleitstudie Mittelstufe plus
2.2 Pilotierung Mittelstufe plus durch LEV-Projektteam

3. Kursangebote für weitere, zeitgemäße Sportarten in der Oberstufe

4. Schülerbeförderung in Oberstufe verbessern

5.1 Zulassung zum Referendariat beschränken
5.2 Lehrer statt Referendare einstellen
5.3 Referendare max. 11 Wochenstunden einsetzen
5.4 Kein Wechsel der Referendare innerhalb eines Schuljahres
5.5 Schulleitermitsprache bei Referendar-Wechsel zum Halbjahr

6. Fortbildungen für Lehrkräfte

7. Schulbücher in digitalisierter Form

8.1 Schulforumssitzungen pro Schuljahr
8.2 Entscheidungsfreiheit des Schulforums über W-LAN-Netz

9. Professionelle Systemverwaltung

10. Fächerbindung Latein im musischen Gymnasium aufheben

11. Zusätzliche staatliche Mittel für kirchliche Gymnasien / Privatschulen

12. „Best Practice“ Erfahrungen sammeln

13. Verwendung der Rücklagen der LEV

Besonders interessante und informative Gespräche ergaben sich in den Pausen zwischen den offiziellen Programmpunkten.

Eines, der sehr präsenten Themen, war die Bildung- und Erziehungspartnerschaft. So
vielstimmig wie diese diskutiert wird so vielschichtig sind auch die Herangehensweisen
und Umsetzungen. Ich habe dankbar zur Kenntnis genommen, dass die Diskussionen zu
diesem Thema an unserem IKG oft sehr intensiv sind und teilweise einen wiederholenden
Charakter haben jedoch auch viele konstruktive Auseinandersetzungen stattfinden. Immer
wieder ins Bewusstsein rufend, dass es um einen guten gemeinsamen Weg für die
Jugend geht. Dies ist in keiner Weise selbstverständlich.

Es war ein Wochenende vieler Worte und vieler Informationen und der hoffnungsvollen
Perspektive „gemeinsam können wir stark sein“.

Nutzen Sie die Möglichkeiten und suchen Sie das Gespräch mit uns, ihrem Elternbeirat.
Weitere Informationen zur LEV finden Sie hier: www.lev-gym-bayern.de

Pubertät als Chance

Leitlinien für Eltern mit Jugendlichen zwischen 12 und 20 Jahren
Von Mathias Voelchert_Leiter familylab.de

1. Es gibt keine Rezepte die für alle Familien gelten.

2. In der Pubertät ist Erziehung nicht mehr möglich. Deshalb müssen wir damit
aufhören.

3. Eltern sollen wie Sparringspartner sein für die Jugendlichen, die maximalen
Widerstand geben und minimalen Schaden anrichten.

4. Die Meinung der Eltern macht nach wie vor einen großen Eindruck auf die
Jugendlichen, aber oft besprechen die das Für und Wider lieber mit ihren
Freunden.

5. Eltern müssen sagen was sie wollen, was ihre Position ist. Und damit leben
lernen, dass die Jugendlichen sich anders entscheiden.

6. Eltern sollten da sein wenn ihre Jugendlichen Hilfe brauchen und die Sprüche
unterdrücken die hochkommen wie z.B. „das hab’ ich dir doch gleich gesagt“.

7. In der Pubertät kommt es zur Auflösung der Bindung an die Bezugsperson. Die
Jugendlichen fürchten den Liebesentzug nicht mehr. Jetzt ist es höchste Zeit für
die Eltern diesen Jugendlichen Vertrauen zu schenken und selbst darauf zu
vertrauen, dass sie als Eltern vieles gut gemacht haben.

8. Sagen Sie als Eltern wo ihre Grenzen liegen, und sagen sie was Sie von den
Jugendlichen wollen. Und erwarten Sie nicht, dass das gleich passiert.

9. Auch jetzt in der Pubertät können Jugendliche vieles selbst, aber noch nicht
alleine. Dazu müssen Eltern oft freundlich die Hand reichen.

10. Jung sein bedeutet Fehler machen zu dürfen.

11. Gewalt und Bestrafung dürfen kein Mittel der Eltern sein. Gehorsam zerstört
Menschen.

12. Eltern sollen Klarheit über ihre Wertvorstellungen schaffen, was sie gut
finden was nicht. Dabei sind nicht die Werte, an sich, wichtig sondern der
Austausch darüber. Bleiben Sie sich selbst treu!

13. Genießen Sie Ihre Kinder, freuen Sie sich über diesen Mensch wie er/sie ist
und erinnern Sie sich an ihre eigene Jugend!

14. Vertrauen Sie mehr in die Kraft ihrer Familie als allen Experten.