Projekt Elterntalk

Ein paar Infos zum Elterntalk Projekt:

Die Idee, Gesprächsrunden zum Thema Mediennutzung zwischen Eltern anzuregen, wurde aus dem aktuell am Ignaz-Kögler-Gymnasium entstehenden Methoden- und Mediencurriculum geboren.  ELTERNTALK ein Projekt der Aktion Jugendschutz, Landesarbeitsstelle Bayern e.V., bei dem sich Eltern auf Augenhöhe zu einem moderierten Erfahrungsaustausch treffen. Im ergebnisoffenen Gespräch werden zu konkreten Themen verschiedene Möglichkeiten des erzieherischen Umgangs mit den Kindern ausgetauscht. Dank SOS-Kinderdorf Ammersee-Lech und dem Jugendamt, welche im Jahr 2015 hier im Landkreis Landsberg die wichtige Rolle der Standortpartner übernommen haben und seitdem das Projekt  tragen und  fördern, konnte ELTERNTALK auch in Landsberg beginnen. Das Präventionsangebot unterstützt Eltern und ermöglicht immer wieder, die eigenen Stärken und die der Kinder zu erkennen und sich selbst als Experten für die Erziehung ihrer Kinder zu begreifen.

Eine Gesprächsrunde dauert nicht länger als zwei Stunden. Für die teilnehmenden Eltern entstehen keine Kosten.

Die nächsten Elterntalktermine stehen schon auf dem Plan, die Infos erhalten Sie per Esis und auch vom Elternbeirat. Wir freuen uns auf Sie.

Karolin Leubold

 

Teilnehmerin, Heike Kunert:

Der „Elterntalk“ ist meiner Meinung nach ein Mehrwert für die Schulfamilie am IKG. Insbesondere das Thema „Medien“ wirft so viel Fragen bei den Eltern auf, die zwar im Elterntalk nicht professionell beantwortet werden können, aber doch im Miteinander leichter zu lösen sind. Jeder hat ähnliche Situationen und jeder will nur das Beste für die Kinder, doch wir wissen nicht immer sofort was das Beste ist. Wie in allen Erziehungsfragen ist es auch bei dieser Thematik ein enormer Mehrwert, zu wissen: „Den anderen geht es auch so!“ Jeder geht anders damit um und ich habe bei den zwei Terminen, an denen ich anwesend war, einiges von den anwesenden Eltern für meine Familie mitgenommen. Sicherlich ging den anderen auch so. Wenn es nur darum geht, ob das Handy nachts im Kinderzimmer sein muss oder nicht?

Der „Elterntalk“ lebt von einer offen, ehrlichen, respektvollen Gesprächsrunde, ohne Scheu und ohne Verurteilung. Nach den Gesprächen wusste ich, dass dieses Thema in der Erziehung für alle von uns neu ist und es durchaus eine positive Herausforderung sein kann mit der Jugendlichen gemeinsam ohne große Verbote die notwendige Sensibilität in diesem Bereich gemeinsam zu erlangen.

An dieser Stelle noch ein großes Lob  an Frau Karolin Leubold „die Elterntalkerin“ wie sie sich nennt, es ist toll dass Du den Elterntalk ans IKG geholt hast.

Heike Kunert

 

 

Staatliche Schulberatungsstelle

Bayernweite Homepage: http://www.schulberatung.bayern.de

Oberbayern-West
Leiter: R Heinz Schlegel

zuständig für die Landkreise: Bad Tölz-Wolfratshausen, Dachau, Eichstätt, Fürstenfeldbruck, Garmisch-Partenkirchen, Stadt Ingolstadt, Landsberg a. Lech, Neuburg-Schrobenhausen, Pfaffenhofen a. d. Ilm, Starnberg, Weilheim-Schongau

Beetzstraße 4
81679 München
Tel.: 089 / 98 29 55 120
Fax.: 089 / 98 29 55 133
E-Mail: info@sbwest.de

Pubertät – Wenn Erziehen nicht mehr geht

Am 18.11.2015 referierte Mathias Voelchert, Herausgeber des gleichnamigen Buchs „Pubertät – Wenn Erziehen nicht mehr geht“ von Jesper Juul und Leiter von Familylab Deutschland vor einer großen Schar interessierter Eltern und einiger Lehrer am IKG.

Lesen Sie sich hier in der PDF Version gern in den Vortrag ein.

Eltern und Pädagogen zu stärken, die nach neuen Wegen mit ihren Kindern suchen, ist ein Anliegen des dänischen Pädagogen und Familientherapeuten Jesper Juul. Familylab, die Familienwerkstatt, möchte die psychosoziale Gesundheit und das Wohlergehen in Familien und Bildungseinrichtungen verbessern. Auf der Website des Familylab (http://www.familylab.de/) finden Sie zahlreiche interssante Informationen dazu in Form von Artikeln und Filmen und diversen Links für Eltern und für Fachleute.

 

Pubertät als Chance

Leitlinien für Eltern mit Jugendlichen zwischen 12 und 20 Jahren
Von Mathias Voelchert_Leiter familylab.de

1. Es gibt keine Rezepte die für alle Familien gelten.

2. In der Pubertät ist Erziehung nicht mehr möglich. Deshalb müssen wir damit
aufhören.

3. Eltern sollen wie Sparringspartner sein für die Jugendlichen, die maximalen
Widerstand geben und minimalen Schaden anrichten.

4. Die Meinung der Eltern macht nach wie vor einen großen Eindruck auf die
Jugendlichen, aber oft besprechen die das Für und Wider lieber mit ihren
Freunden.

5. Eltern müssen sagen was sie wollen, was ihre Position ist. Und damit leben
lernen, dass die Jugendlichen sich anders entscheiden.

6. Eltern sollten da sein wenn ihre Jugendlichen Hilfe brauchen und die Sprüche
unterdrücken die hochkommen wie z.B. „das hab’ ich dir doch gleich gesagt“.

7. In der Pubertät kommt es zur Auflösung der Bindung an die Bezugsperson. Die
Jugendlichen fürchten den Liebesentzug nicht mehr. Jetzt ist es höchste Zeit für
die Eltern diesen Jugendlichen Vertrauen zu schenken und selbst darauf zu
vertrauen, dass sie als Eltern vieles gut gemacht haben.

8. Sagen Sie als Eltern wo ihre Grenzen liegen, und sagen sie was Sie von den
Jugendlichen wollen. Und erwarten Sie nicht, dass das gleich passiert.

9. Auch jetzt in der Pubertät können Jugendliche vieles selbst, aber noch nicht
alleine. Dazu müssen Eltern oft freundlich die Hand reichen.

10. Jung sein bedeutet Fehler machen zu dürfen.

11. Gewalt und Bestrafung dürfen kein Mittel der Eltern sein. Gehorsam zerstört
Menschen.

12. Eltern sollen Klarheit über ihre Wertvorstellungen schaffen, was sie gut
finden was nicht. Dabei sind nicht die Werte, an sich, wichtig sondern der
Austausch darüber. Bleiben Sie sich selbst treu!

13. Genießen Sie Ihre Kinder, freuen Sie sich über diesen Mensch wie er/sie ist
und erinnern Sie sich an ihre eigene Jugend!

14. Vertrauen Sie mehr in die Kraft ihrer Familie als allen Experten.